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Aufmerksamkeit und Konzentration - was tun, wenn sie fehlen?

Veröffentlicht in Gipfel (i) treffen

gipf konz_4Zahlreiche Mütter und Väter fanden sich gespannt zum ersten Gipfel (i) treffen nach der Sommerpause am 21. September ein. Das Thema "Aufmerksamkeit und Konzentration" war für die meisten von aktuellem Interesse und die ebenso sympathische wie kompetente Referentin, Frau Yvonne Weber Häner, vielen bereits vom Referat "Hausaufgaben" bekannt.
Tatsächlich wurde die hohen Erwartungen nicht enttäuscht.

Der Mangel an Aufmerksamkeit kann einen regelrechten Teufelskreis bewirken. Fehler und Kritik führen zu Frustration und senken die Motivation. Das Kind verliert das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten, wird unselbstständig und vermeidet mangels Aussicht auf Erfolg eigene Anstrengungen, zukünftige Aufgaben zu lösen.

Kinder erledigen Aufgaben in der Regel hingegen gut, wenn sie
- Spass an der Aufgabe haben,
- diese für eine Bezugsperson erledigen, die sie mögen
- genau wissen, was sie tun sollen und wie sie etwas erledigen sollen
- damit rechnen können, bei der Lösung erfolgreich zu sein
- Aufmerksamkeit und Lob dafür erhalten
- den Sinn einer Aufgabe erkennen
- genug Zeit dafür haben

Mit einer kurzen, aber kniffligen Spielrunde, die die ganze Aufmerksamit der Teilnehmer erforderte, zeigte Frau Weber auf, was passiert, wenn man vor eine Aufgabe gestellt wird, ohne darauf vorbereitet zu sein und zudem noch unter Zeitdruck steht. Damit hatte sie auch schon einen wichtigen Tipp anschaulich demonstriert: Bevor es richtig zur Sache geht, muss der Kopf erste einmal aufgewärmt werden. Vele Kinder sind oftmals auf "standby" geschaltet und gar nicht aufnahmebereit ("Bildschirmschoner"). Da helfen bereits kleine Tricks wie ein schnelle Rechenaufgabe oder die Wochentage rückwärts aufzusagen, schon ist der Kopf wieder auf "on" geschaltet und konzentriert.

Grundsätzliches Ziel sei das reflexive Arbeiten statt impulsives Abspulen. Um die Dinge bewusst und überlegt anzugehen, hilft es oftmals, die Aufgabe und mögliche Lösungsschritte laut aufzusagen. Später kann dies durch die "innere Stimme" übernommen werden. Auch so werden innere und äussere Reize abgeschwächt und lenken nicht mehr ab. Denn: Wer mit sich selber spricht (laut oder leise) kann nicht mehr auf alle andere Dinge achten.

Wie bereits beim Thema "Hausaufgaben" so gilt auch hier: Loben ist wichtig und unerlässlich, um dauerhaft gewünschtes Verhalten aufzubauen. Positive Rückmeldungen sind für unser Gehirn beim Lernen neuer Verhaltensweisen unerlässlich.
Frau Weber arbeitet im Konzentrationstraining mit Kindern über alle Altersklassen hinweg erfolgreich mit Punkteplänen. Dabei steht jeweils ein einziges (erwünschtes) Verhalten im Fokus und wird mit einem Punkt belohnt, wenn es gezeigt wird. Wichtig ist ein schnelles Erfolgerlebnis, also attraktive (nicht kostspielige) kleine Preise, die bereits gegen wenige Punkte eingelöst werden können. Darüberhinaus zeigte Frau Weber unter dem Aspekt der Wahrnehmungsschulung (Riechen, Hören, Schauen, Schmecken usw.) zahlreiche Ideen auf, wie sich Konzentration im Alltag oftmals spielerisch fördern lässt. Auch das Thema Entspannung ist dabei nicht zu vernachlässigen.

Den letzten Part ihres Vortrags widmete Frau Weber dem Thema ADS - wobei sie bewusst von einem "Syndrom" statt einer "Störung" sprach. Diese Symptome bewegen sich auf einer Kurve und es ist ganz individuell, je nach Kind, Familie und Umfeld, wie gut sich damit umgehen lässt oder wann diese tatsächlich zu "stören" anfangen und eine Abklärung angezeigt ist. In jedem Fall ist die Literatur zu diesem Thema sehr gut sortiert und für jeden lohnenswert, der sich mit dem Thema Aufmerksamkeit und Konzentration auseinandersetzen möchte. So hatte Frau Weber neben interessante Konzentrationsspielen natürlich auch noch einige Buchtipps vor Ort dabei.

Abgerundet wurde der Vormittag mit einem informativen Handout mit vielen praktischen HInweisen und Umsetzungsideen, das Frau Weber allen Teilnehmern zur Verfügung stellte. Herzlichen Dank!

Mehr Informationen zur Referentin unter www.familiezyt.ch

Vielen Dank für Ihr Interesse.
Elternmitwirkung ist nichts ohne Eltern, die mitwirken!