Schule verändert und entwickelt sich!
Bei der Erinnerung an die eigene Schulzeit hat wohl jeder eine sehr persönliche, oftmals auch emotionale Perspektive. Wer inzwischen Kinder im Schulalter hat, weiss, dass sich seit damals viel geändert hat. Schule ist Ausdruck der aktuellen Gesellschaft und den daraus resultierenden Anforderungen - unter diesem Aspekt führte Urs Bräm, Schulleiter Hohfuri und Leiter der Fachstelle Schulentwicklung, kompetent, informativ und unterhaltsam durch das Gipfel (i) treffen am 31. Januar.
Die Schule muss sich stark veränderten Rahmenbedingungen stellen, z.B. immer grösserer Heterogenität, verstärktem ökonomischem Druck, erhöhter Qualitätserwartung, Mitsprache- und Partizipationswünschen und dem Anspruch, gesellschaftliche Entwicklungen wie Gewalt, Drogen und Verschuldung zu korrigieren. Die Bildungspolitik hat ihre Verantwortung erkannt und nach jahrelangem Reformstau im Kanton Zürich mit dem neuen Volksschulgesetz ehrgeizige Ziele formuliert und bereits weitgehend umgesetzt.
Die Themen des neuen Volkschulgesetzes (zum Vergössern einfach anklicken):
Die Umsetzung bedeutet sehr grosse Veränderungsprozesse, die einzelne Lehrkräfte vielfach überfordern. Eine Steuerung und Professionalisierung konnte durch die Geleitete Schule gesichert werden. Für Bülach bedeutet dies eine Zusammenfassung der einzelnen Primarschulhäuser und jeweiligen Kindergärten unter einer Schulleitung. Diese ist zusammen mit dem Leiter Bildung der Schulverwaltung als Geschäftsleitung für die operative Führung verantwortlich.
Die Schulpflege hingegen übernimmt die strategische Führung und steuert die Rahmenbedingungen wie Bewilligung der Finanzen und Qualitätskontrolle. Mithilfe dieser neuen Strukturen soll auch erreicht werden, Leitbilder zu schaffen, die als Klammer für die gesamte Schuleinheit gelten.
Neu ist die Fachstelle Schulentwicklung, die als Stabsstelle für Bündelung, Vernetzung und Entlastung sorgt. So sollen Synergien geschaffen, Übersicht gewonnen und entsprechende Beratung und Unterstützung geleistet werden. Dies ermöglicht die entsprechende Weiterbildung von Lehrkräften an den Teamtagen oder auch die Umsetzung von schulhausübergreifenden Projekten.
Urs Bräm zeigte auf, wie sich die Rolle der Lehrer im Laufe der Jahre gravierend verändert hat. So heisst es heute etwa:
- Teamplayer statt Einzelkämpfer
- Prozessbegleitung statt Stoffvermittlung
- Ressourcen- statt Defizitorientierung
- Ganzheitliche Bildung statt Fachbildung
Die Ansprüche an das System Schule und damit an die Lehrpersonen sind enorm gewachsen und sorgen vielfach für Verunsicherung und Überforderung. Schulentwicklung, so betonte Urs Bräm, bedeutet Unterrichtsentwicklung, aber auch Personal- und Organisationsentwicklung und verlangt die Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Anhand des Legislaturprogrammes 20120 - 2014 der Schule Bülach zeigte er auf, welche Ziele in die Schulprogramme der Schulhäuser einfliessen, auf Jahresprogramme runtergebrochen und schliesslich in den Klassen umgesetzt werden.
Die Herausforderungen der Zukunft der Schule Bülach liegen zunächst darin
- das Qualitätsniveau zu halten
- den Sonderpädagogischen Ansatz Integration statt Separation auszubauen
- mit dem Ausbau des Betreuungsangebotes den veränderten Familienstrukturen gerecht zu werden
- mit attraktiven Arbeitsplätzen gutes Personal für den neuen Berufsauftrag zu sichern
Darüber hinaus stehen noch viele weitere Themen an wie Vorschule, freie Schulwahl und Harmos... - es gilt jedoch: Schulentwicklung braucht Zeit und Kooperation!
Zahleriche interessierte Fragen im Rahmen der anschliessenden Diskussionsrunde zeigten deutlich, von welch hoher Bedeutung das Thema „Schulentwicklung“ im Rahmen des heutigen Schulalltags ist – für Lehrer, Schüler und Eltern!
Die Elternmitwirkung dankt Urs Bräm herzlich für diesen spannenden Vormittag.
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